Blu-ray Bewertung:
Film:
Bild:
Ton:
Extras:
Fazit:
Blu-ray Technische Daten:

Format / Regionalcode:
Blu-ray
Code A, B & C

Video Auflösung:
Film
---1080p AVC MPEG-4
Extras
---1080p MPEG-2
---480i MPEG-2

Bildformat:
1.85:1 (16:9)

Ton Formate:
DTS-HD Master Audio 5.1
---Deutsch
---Englisch
---Französisch

Untertitel:
Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Holländisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch

Extras:
Interaktives Drehbuch
Audiokommentare
Interview M. Scorsese
Die Produktion
Gottes einsamster Mann
Ein Tribut an M. Scorsese
Taxifahrer Geschichten
Making of 'Taxi Driver'
Travis' New York
Travis' Plätze in New York
Storyboard-Vergleiche
Fotogalerie
movie IQ & BD-Live
Wendecover**

** Das bei Sony-Titeln ansonsten übliche Wendecover fehlte bei der hier getesteten Fassung. Es ist davon auszugehen, dass dieser offensichtliche Produktions-Fehler bei zukünftigen Pressungen des Titels behoben wird.

Regie:
Martin Scorsese

Darsteller:
Robert De Niro
Jodie Foster
Albert Brooks
Cybill Shepherd
Harvey Keitel
Peter Boyle

Genre:
Drama / Thriller

 
Review von Thomas Raemy
Aufgeschaltet am: 2.8.11

Cover-Artwork und Bilder © und Eigentum von Sony Pictures Home Entertainment.
 
 
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'Taxi Driver'
(Blu-ray Disc)
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Blu-ray Disc Review:
Taxi Driver
Originaltitel: Taxi Driver
Veröffentlichung: 5. Mai 2011
Studio / Verleih: Sony Pictures Home Entertainment
Produktionsjahr: 1976
Länge: 114 min.
Altersfreigabe: Freigegeben ab 16 Jahren
Artikel-Jump: Story | Bild | Ton | Extras | Kritik & Fazit


Die Story:
Travis Bickle (Robert de Niro) ist ein verstörter Vietnamveteran, der in New York als Nachtschicht-Taxifahrer arbeitet und seine Kundschaft durch die miesesten Gegenden der Stadt fährt. Der viele Schmutz, die Brutalität und die Unmenschlichkeit, die er jeden Tag von neuem erlebt, machen ihn zum paranoiden Einzelgänger. Schwierigkeiten im Alltag, eine nicht erwiderte Liebe und die Probleme der 12-jährigen Prostituierten Iris (Jodie Foster) lassen ihm nur einen Ausweg: die Gewalt.

Das Bild:
Video Auflösung / Codierung: 1080p / AVC MPEG-4
Aspect Ratio: 1.85:1 (16:9)

Schärfe:
90%
Kontrast:
90%
Detailzeichnung:
80%
3-D / HD-Effekt:
75%
Kompression:
0%


Bild-Kurzbewertung:
+ Positiv:
- Allgemein sehr hochwertige (in 4K-restaurierte) Bild-Qualität.
- Fast durchgehend sehr (!) gute Schärfe- und Detailzeichnung.
- In der Regel ausgewogener Kontrast mit sattem Schwarzwert.
- Meist gute, kräftige und zudem natürliche Farbwiedergabe.
- Bild weist vielfach gute Plastizität und Tiefenwirkung auf.
- Keine sichtbaren Verschmutzungen oder Beschädigungen.
- Negativ:
- Nur vereinzelte Aufnahmen bzw. Sequenzen wirken weicher.
- Selten leichter Detailverlust / Selten trübe Farbwiedergabe.
- Durchgehend leichtes, selten stärkeres Filmkorn sichtbar.

Keine Frage: Sony Pictures ist die High-def Restauration bzw. 4K-Überarbeitung von Martin Scorsese's Klassiker 'Taxi Driver' in nahezu jeder Hinsicht gelungen und lässt sämtliche früheren Homevideo-Fassungen rein qualitativ weit hinter sich zurück.

Der Vorspann mag noch etwas weich daherkommen, aber kaum sind die (analog produzierten) Einblendungen vorüber, erstrahlt das Bild in einer Qualität, wie man sie bisher noch nie zu Gesicht bekommen hat - wobei nicht nur auffällt, dass das Bild allgemein extrem sauber ist (kein einziges noch so winziges Staubkorn weit und breit), sondern vor allem über eine sehr gute Schärfe- und Detailzeichnung verfügt. Weichere bzw. schlechter fokussierte Aufnahmen sind Mangelware, können sich aber gelegentlich einschleichen - wobei der (blutige und sehr dunkel gehaltene) Showdown etwas stärker davon betroffen ist und ausserdem deutlich trübere Farben aufweist, als es das restliche Filmmaterial tut. Ansonsten hat man es mit einer sehr guten, kräftigen und natürlichen Farbwiedergabe zu tun, während das Kontrastverhältnis ausgewogene Werte liefert und es nur (sehr) selten zu einem leichten Detailverlust kommt. Zudem erstaunlich, wie plastisch das Bild oft aussieht und stellenweise eine sehr gute Tiefenwirkung erzielt.

Die Filmkorn-Struktur ist komplett erhalten geblieben und wirkt meist kinomässig - mit Ausnahme von einigen dunkleren Shots die einen verrauschten Eindruck hinterlassen. Ein Manko ist das allerdings nicht, denn 'Taxi Driver' sieht auch so hervorragend aus!



Der Ton:
Getestet: Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1

Beim Ton schneidet 'Taxi Driver' ebenfalls ziemlich gut ab - auch wenn man dem Film das Alter von mittlerweile auch schon 35 Jahren in akustischer Hinsicht dann doch ein bisschen anmerkt. Der hier vorliegende 5.1 Soundmix kann sich aber hören lassen und weist nur wenige altersbedingte Mängel auf - wie z.B. Dialoge, die ein kleines bisschen dumpf klingen können und in ein paar wenigen Szenen auch in den Höhen minimale Verzerrungen aufweisen. Ansonsten sind die verschiedenen Sound-Elemente erstaunlich gut erhalten und kommen ziemlich frisch und sauber daher - insbesondere der (etwas gewöhnungsbedürftige und sich teils wiederholende) Score von Psycho-Komponist Bernard Herrmann. Die eigentliche Surround-Wiedergabe ist grundsätzlich etwas eingeschränkt, aber dafür weist der Mix eine gute Stereo-Separation auf die luftig genug ist, um dem Mix dann doch noch ein bisschen Räumlichkeit zu verleihen.

Ausserdem sind auf dieser Blu-ray folgende Tonspuren enthalten:
DTS-HD Master Audio 5.1: Englisch, Französisch
 
 
 

Die Extras:
Die Extras der 'Taxi Driver' bieten hervorragende Einblicke in die Entstehung des Films - wobei der Anfang vom 'Interaktiven Drehbuch'-Feature gemacht wird. Dieses ermöglicht es einem, während des Films das originale Drehbuch (inklusive Notizen des Regisseurs) mitzulesen. Ebenfalls während des Films verfügbar sind insgesamt drei (!) verschiedene Audiokommentare. Der informativste davon ist der 1986 aufgenommene Kommentar mit Regisseur Martin Scorsese und Drehbuchautor Paul Schrader, während der zweite - bei dem Professor Robert Kolker zu Wort kommt - eine etwas tiefergehende Analyse des Films bietet. Der dritte Kommentar wird von Drehbuchautor Paul Schrader alleine gesprochen und ist sicherlich auch informativ, enthält aber einige längere Pausen. Im Vergleich dazu kommt das 2006 entstandene Interview mit dem Regisseur ('Martin Scorsese über Taxi Driver', ca. 17 min.) trotz seiner eher begrenzten Laufzeit besonders informativ daher - und enthält einige interessante Anekdoten und Archiv-Fotos.

Während sich bei 'Die Produktion' (ca. 10 min.) vor allem Produzent Michael Phillips daran zurückerinnert, wie der Film zustande kam, gehen Autor Paul Schrader & Co. in 'Gottes einsamster Mann' (ca. 22 min.) auf die Entwicklung der Story des Films ein.

'Einflussnahme und Würdigung: Ein Tribut an Martin Scorsese' (ca. 19 min.) ist eine dieser etwas langatmigen Kurz-Dokus bei der sich verschiedene bekannte Gesichter, darunter Oliver Stone und Paul Schrader, über das Kino-Genie von Martin Scorsese auslassen. 'Taxifahrer Geschichten' (ca. 23 min.) ist mit seinen (teils haarsträubenden) Erinnerungen von diversen Taxifahrern die in New York City in den '70ern gearbeitet haben, schon wesentlich interessanter - und wird von darauffolgenden 'Making of Taxi Driver' (ca. 71 min.) noch einmal getoppt, denn die gut produzierte Doku über die Entstehung des Films lässt praktisch keinen Aspekt der Produktion aus und enthält viele Kommentare, u.a. von allen Hauptdarstellern. Einziger Wermutstropfen: Da die Doku schon etwas älter ist, wird sie als einziges Extra der Disc nur in Standard-Definition (480i, MPEG-2) präsentiert. Während sich bei 'Travis' New York' (ca. 6 min.) der Kameramann Michael Chapman an das damalige New York erinnert, bekommt man bei 'Travis' Plätze in New York' (ca. 5 min.) neun Drehorte im direkten Vergleich von 1976 mit 2006 zu sehen.

In 'Vergleiche und Einführung in das Storyboard von Martin Scorsese' (ca. 5 min.) geht der weltberühmte Filmemacher auf seine damals angefertigten Storyboards ein - die es dann in 'Gegenüberstellung der Storyboards zum Film' (ca. 8 min.) auch gleich noch im direkten Vergleich mit einigen finalen Film-Sequenzen zu sehen gibt. Der Abschluss der filmbezogenen Bonus-Features wird von der 'Galerie' (ca. 9 min.) gemacht, einer aus insgesamt vier Segmenten ('Filmmusik mit Arrangement - Filmmusik', 'An den Drehplätzen', 'Werbematerial & Mehr' und '
Martin Scorsese bei der Arbeit') bestehenden automatischen Diashow (zur Filmmusik). Last, but not least, bleibt noch zu erwähnen, dass auch diese Blu-ray Disc von Sony Pictures über das von anderen Sony-Titeln bekannte 'movie IQ'-Feature verfügt. Einmal aktiviert, lässt sich damit während des Films auf eine Online-Datenbank zugreifen die Infos zu Cast & Crew, den Location, der Filmmusik und vielem mehr einblendet - sozusagen ein interaktiver Internet Movie Database-Eintrag!

Mit der auf der Disc vorhandenen 'BD-Live'-Einbindung macht Sony, wie üblich, noch etwas Eigenwerbung. Das bei Sony-Titeln ansonsten übliche Wendecover fehlte bei der hier getesteten Fassung (möglicherweise nur eine Erstauflagen-Fehlpressung?).

 
 
Kritik & Unser Fazit:
'Taxi Driver' - das ist mehr als nur der erste grosse Film von Regisseur Martin Scorsese, sondern auch gleich sein grosser Durchbruch und gleichzeitig einer der ganz grossen Kult-Filme der '70er Jahre bzw. der Film-Geschichte. Mit der aus der Feder von Autor Paul Schrader stammenden Story um den einsamen und immer paranoider werdenden New Yorker Taxifahrer hat Scorsese ganz offensichtlich nicht nur den Nerv der damaligen Zeit getroffen, sondern schuf ein Werk, dass auch nach über 30 Jahren nichts von seiner Kraft eingebüsst hat. Die zentralen Themen wie Einsamkeit und Angst sind heute noch genauso relevant wie damals - auch wenn sich die Sichtweise geändert hat. Hier erleben wir den Film fast ausschliesslich aus der Perspektive eines Vietnam-Veteranen der sich mit seinem Alltag schwer tut - und ausgerechnet im New York der '70er Jahre, also dem modernen Sodom und Gomorra, seine Arbeit als Taxifahrer verrichtet.

Dass Regisseur Scorsese die damals noch von Prostitution, Pornografie und Gewalt überschwemmte Grossstadt wie eine eigene Filmfigur handhabt, macht Sinn - und wird hier nur schon dank der grossartigen Kameraarbeit bestens zur Schau gestellt.

Eine einsame Seele wie die von Travis Bickle ist einer solchen Stadt gnadenlos ausgeliefert, und so wird man als Zuschauer Zeuge, wie der von Robert De Niro gespielte Bickle immer mehr seinen Manien verfällt - und schlussendlich nur noch einen Ausweg aus der Misere sieht: Nackte Gewalt. Dass der Film seinen Spannungsbogen aus diesem Voyeurismus bezieht, ist allerdings auch für heutige Verhältnisse ungewöhnlich, denn der langsame, aber dafür stetige Abstieg der Hauptfigur ist genauso faszinierend, wie verstörend. Gerade die Kompromisslosigkeit, mit der Scorsese zu Werke geht, macht 'Taxi Driver' zu einem aussergewöhnlichen Film - auch wenn er deswegen auch alles andere als massentauglich ist. Seinen Status als Kultfilm hat 'Taxi Driver' aber auch so mehr als verdient - nicht zuletzt, da die durch's Band grossartigen Darsteller-Leistungen über ein paar wenig Längen und Schwächen hinwegtäuschen können.

Robert De Niro mag im Laufe seiner beispiellosen Karriere viele schauspielerische Höhepunkte abgeliefert haben, aber als traumatisierter Taxifahrer ist er besonders überzeugend - und kann an der Seite von namhaften Gesichtern wie Harvey Keitel (als schmieriger Zuhälter) und Jodie Foster spielen. Vor allem Foster als minderjährige Prostituierte sorgte in den '70ern für einen Skandal, dabei legte die Rolle den Grundstein für eine der wohl beeindruckendsten Hollywood-Laufbahnen. Dass dem Film zuweilen ein kleines bisschen die Luft ausgeht, liegt am (vor allem für heutige Verhältnisse) etwas gemächlichen Aufbau der Story. Kommt hinzu, dass das Ende - so kontrovers es sein mag - etwas antiklimatisch wirkt und dem Film die Luft aus den Segeln nimmt. Schlussendlich Mankos, die Angesichts der ansonsten grandiosen Leistungen von Cast & Crew kaum der Rede Wert sind. 'Taxi Driver' mag vielleicht nicht ganz so perfekt sein, wie vielfach behauptet wird, aber gesehen haben sollte man ihn!

Es macht jedenfalls Sinn, dass sich Sony Pictures bei der High-def Umsetzung von Scorsese's Kult-Klassiker viel Mühe gemacht hat, wobei die hohe Qualität der 4K-Bild-Restauration dann doch überaus positiv überrascht. Keine Frage: 'Taxi Driver' hat nie besser ausgesehen und nicht nur langjährige Fans des Films werden von der hier vorliegenden Bild-Präsentation, deren Mankos den guten Gesamteindruck kaum beeinträchtigen, begeistert sein! Der Ton kann das Alter der 35-jährigen Produktion etwas weniger gut verbergen, aber ist trotzdem besser als so manch anderer vergleichbarer Soundmix aus der gleichen Zeit. Bei den Extras hat Sony ebenfalls keine Kosten und Mühen gescheut und hat auf dieser Disc eine sehr gelungene Auswahl an
verschiedensten Features zusammengestellt die viele gute Einblick in die Entstehung des (nach wie vor) kontroversen Klassikers bieten.

Alles in allem eine überaus gelungene und hochwertige High-def Umsetzung die dem nach wie vor hervorragenden Ruf von Martin Scorsese's 'Taxi Driver' mehr als gerecht wird. Sehr empfehlenswert - nicht nur für Fans!
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Blu-ray Screenshots:
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Hinweis: Screenshots wurden als Full-HD Quelle (1920x1080 Pixel) gespeichert und sind lediglich zur besseren Internet-Darstellung auf 1280x720 Pixel verkleinert worden (inklusive einer leichten JPEG-Kompression). Es wurden keine Veränderungen an Schärfe, Kontrast oder an den Farben vorgenommen.
   
 
'Taxi Driver'
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