Blu-ray Bewertung:
Film:
Bild:
Ton:
Extras:
Fazit:
Blu-ray Technische Daten:

Format / Regionalcode:
Blu-ray
Code B

Video Auflösung:
Film
---1080i AVC MPEG-4
Extras
---1080i/p AVC MPEG-4


Hinweis: Codierung für Hauptfilm ist auf dem Cover der Blu-ray Hülle mit 1080p falsch angegeben.

Bildformat:
1.78:1 (16:9)

Ton Formate:
DTS-HD Master Audio 5.1
---Schweizerdeutsch
---Deutsch

Untertitel:
Französisch
Englisch
Italienisch

Extras:
Audiokommentar
Lied 'Die Seltsame'
Versch. Interviews
Bildergalerie
Versch. Trailer

 

Regie:
Stefan Haupt

Darsteller:
Matthias Hungerbühler
Sven Schelker
Anatole Taubman
Marianne Sägebrecht
Stefan Witschi
Antoine Monot Jr.
Peter Jecklin

Genre:
Biografie / Drama

 
Review von Thomas Raemy
Aufgeschaltet am: 26.3.15

Cover-Artwork und Bilder © und Eigentum von Ascot Elite Home Entertainment
 
 
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'Der Kreis'
(Blu-ray Disc)
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Blu-ray Disc Review:
Der Kreis
Internationaler Titel: The Circle
Veröffentlichung: 12. März 2015
Studio / Verleih: Ascot Elite Home Entertainment
Produktionsjahr: 2014
Länge: 102 min.
Altersfreigabe: 14+
Artikel-Jump: Story | Bild | Ton | Extras | Kritik & Fazit


Zusätzlicher Hinweis: Bei dieser Blu-ray handelt es sich um die Schweizer Fassung von 'Der Kreis' die in der Schweiz von Ascot Elite vertrieben wird. Inhaltliche und qualitative Unterschiede zu den im Ausland erhältlichen Fassungen (z.B. in Deutschland von Salzgeber & Co. Medien, derzeit nur auf DVD) sind u.U. möglich.

Die Story:

Zürich, Mitte der '50er-Jahre: Der junge, schüchterne Lehrer Ernst Ostertag (Matthias Hungerbühler) wird heimlich Mitglied in
der Schweizer Schwulenorganisation Der Kreis. Er lernt dort den Travestie-Künstler Röbi Rapp (Sven Schelker) kennen - und verliebt sich unsterblich in ihn. Die beiden erleben die Blütezeit und Zerschlagung der Organisation, die europaweit als Wegbereiter der schwulen Emanzipation gilt. Ernst muss sich dabei zwischen seiner bürgerlichen Existenz und dem Bekenntnis zur Homosexualität entscheiden, für Röbi geht es um die erste seriöse Liebesbeziehung. Jene Liebesbeziehung, die ein ganzes Leben lang halten wird.

Das Bild:
Video Auflösung / Codierung: 1080p / AVC MPEG-4
Aspect Ratio: 1.78:1 (16:9)

Schärfe:
85%
Kontrast:
85%
Detailzeichnung:
65%
3-D / HD-Effekt:
65%
Kompression:
5%


Bild-Kurzbewertung:
+ Positiv:
- Vor allem Spielfilm-Bildmaterial weist (sehr) gute Qualität auf.
- In der Regel (sehr) gute Schärfe und ebenso gute Detailwerte.
- Bis auf wenige Ausnahmen sehr ausgewogene Kontrastwerte.
- Grundsätzlich gute, natürliche und recht kräftige Farbpalette.
- Viele Sequenzen mit sehr guter Plastizität und Tiefenwirkung.
- Negativ:
- Doku- und Archiv-Aufnahmen z.T. von minderwertig Qualität.
- Gelegentlich leichte Banding- und Kantenflimmer-Artefakte.

Bei 'Der Kreis' von Regisseur Stefan Haupt handelt es sich um eine sogenannte Doku-Fiction, d.h. die wahre Geschichte die von der frühen Schwulenbewegung in der Schweiz handelt besteht nicht nur aus Spielfilm-, sondern auch Doku- und Archiv-Bildmaterial.


Von daher also keine Überraschung, dass das Endresultat der hier vorliegenden 1080i-Präsentation über eine leicht inkonsistente Qualität verfügt. Obwohl sich die allgemein etwas digital wirkenden Interview-Sequenzen mit Ernst Ostertag und Röbi Rapp (sowie einige alte Archiv-Shots) vom restlichen Bildmaterial recht stark abheben macht sich der qualitative Wechsel aber nie wirklich störend bemerkbar - im Gegenteil: Die aufwändig, zum Teil vor Ort in Zürich gedrehten Spielfilm-Szenen die in den '50er Jahren spielen wirken umso mehr wie ein Blick in die Vergangenheit und kommen nicht nur qualitativ hochwertig daher, sondern überzeugen vor allem auch durch ihre stimmige Atmosphäre (was u.a. bei den Kreisball-Szenen besonders gut zur Geltung kommt). Dank guter Kontrast- und natürlicher Farbwerte weist das Bild vielfach eine gute Plastizität auf.

Schade also, dass sich ab und zu leichte Banding-Kompressionsartefakte einschleichen und Röbis pinkfarbenes Kleid während der Barfüsser-Partyszene von Kantenflimmer-Artefakten regelrecht verunstaltet wird. Zur 4-Sterne-Wertung reicht's aber trotzdem!


Der Ton:
Getestet: Schweizerdeutsch DTS-HD Master Audio 5.1

Beim Ton darf man schon genrebedingt keine allzu aktive Surround-Kulisse erwarten, denn in dieser Hinsicht zeigt sich die Doku-Fiction von einer zurückhaltenden Seite - zumindest grösstenteils. Negativ ist das allerdings nicht im geringsten, denn zum Inhalt des Films passt die frontlastige Natur der Abmischung bestens - wobei der Film eine gute Stereo-Separation auf den vorderen Kanälen bietet, und es zudem ein paar Szenen gibt, die eine etwas ausgeprägtere, und z.T. auch direktionalere Surround-Kulisse in Form von vereinzelten Umgebungsgeräuschen und der Musik (z.B. bei der Kreisball-Szene) zu bieten haben. Am wichtigsten sind hier ohnehin die Dialoge - und diese sind dank einer ausgewogenen Balance nicht nur während den Interview-, sondern auch den Spielfilm-Sequenzen (sowohl in der originalen Schweizer Dialektfassung als auch der ebenfalls angetesteten hochdeutschen Synchronfassung) bestens verständlich.


Ausserdem sind auf dieser Blu-ray folgende Tonspuren enthalten:
DTS-HD Master Audio 5.1: Deutsch
 
 
  Die Extras:
Bei den Extras der Blu-ray von 'Der Kreis' wird der Anfang von einem sehr informativen Audiokommentar gemacht bei dem nicht nur der Regisseur Stefan Haupt, sondern auch der Produzent Ivan Madeo ausführlich zu Wort. Gerade weil die Disc über keine richtige Making of-Dokumentation verfügt ist der Audiokommentar besonders hörenswert.

Während man unter 'Die Seltsame' (ca. 7 min.) die komplette Bühnenperformance von Röbi Rapp (die im Film selbst nicht in voller Länge zu sehen ist) anwählen kann, sind zusätzlich noch zwei 'Interviews' (ca. 15 min.) verfügbar bei denen einerseits Zürichs (offen lesbisch lebende) Stadtpräsidentin Corine Mauch und andererseits Peter Sahli vom Verein homosexueller Polizistinnen und Polizisten über den Kreis und seine Auswirkungen auf Zürich und die restliche Welt sprechen. Der Abschluss wird von einer 'Bildergalerie' (ca. 10 min.) mit zahlreichen Szenen- und Set-Fotos und dem Schweizer Original-'Trailer' (ca. 2 min.) des Hauptfilms gemacht. Mit drei zusätzlichen Trailern macht das Ascot Elite-Label ausserdem noch ein bisschen Werbung in eigener Sache.

Bleibt zu erwähnen, dass man sich bei diesem Titel keine Gedanken um das FSK-Logo machen muss, denn da es sich um einen spezifisch für den schweizerischen Markt hergestellten Release handelt, ist der deutsche Jugendschutzvermerk nicht nötig.
 
 
Kritik & Unser Fazit:
Mit 'Der Kreis' beleuchtet Regisseur Stefan Haupt einen der wichtigsten Aspekte der schweizerischen Schwulenbewegung, wobei der in den '50er Jahren in seiner Blütezeit stehende Club samt seinem Magazin weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt war und weltweit Nachahmer fand. Dass der Film aus einer finanziellen Notlösung heraus als Mischung aus Interview-Szenen und Biografie-Spielfilm-Sequenzen besteht, erweist sich interessanterweise als Glücksfall für das Projekt, denn durch die Gespräche mit den Zeitzeugen - insbesonders dem im Film portraitierten Liebespaar Ernst Ostertag und Röbi Rapp - bekommt 'Der Kreis' eine besonders authentisch wirkende Note die ihm andernfalls womöglich gefehlt hätte. So handelt es sich schlussendlich um eine Art Doku-Fiction die gerade dank dieser ungewöhnlichen Mischung zu punkten weiss.

Käme 'Der Kreis' nämlich wie eine herkömmliche Biografie daher, dann hätte der Film unter Umständen ein dramaturgisches Problem, denn so interessant die Geschichte rund um die in der damaligen Öffentlichkeit praktisch unbekannte Schwulenorganisation auch sein mag, sie kommt etwas vorhersehbar daher und wirkt in ihrer Inszenierung - vielleicht auch bewusst - ein bisschen altbacken. Trotzdem haben Regisseur Haupt & Co. hervorragende Arbeit geleistet und, nebst den feinfühligen Interviews mit Ernst und Röbi, mit viel Liebe zum Detail das schwule Zürich der '50er Jahre zum Leben erweckt. Szenen wie der grosse Kreisball, wo sich Ernst und Röbi zum ersten mal begegnen, stellen ein Highlight dar und verdeutlichen, welche Bedeutung solche Veranstaltungen seinerzeit für die grösstenteils heimlich agierende schwule Gemeinschaft gehabt haben.

Die Idee, die Entwicklungen rund um den Kreis, von der Blütezeit bis zu seinem Ende nachdem die Stadtpolizei die Gayszene zum Sündenbock für verschiedene Delikte gemacht hat, aus der Sicht von Ernst und Röbi zu zeigen, funktioniert überaus gut.

Das andere Einzelschicksale dafür zu kurz kommen, ist bedauerlich, aber kaum zu vermeiden, wobei solche Mankos durch Archiv-Aufnahmen und persönliche Fotos etwas ausgeglichen werden und man trotzdem einen guten Eindruck davon bekommt, welche Risiken die Männer des Vereins seinerzeit eingegangen sind. Dass nebst der stimmigen Inszenierung vor allem die Darsteller zu überzeugen wissen, insbesonders Sven Schelker als Travestiekünstler Röbi ist eine regelrechte Entdeckung, ist ein weiterer Pluspunkt - auch wenn es schade ist, dass bekannte Gesichter wie Marianne Sägebrecht oder Anatole Taubman etwas kurz kommen. Schlussendlich aber ein gelungener Schweizer Film der zurecht gelobt und mit diversen Preisen ausgezeichnet worden ist.

In technischer Hinsicht macht die sogenannte Doku-Fiction ebenfalls einen guten Eindruck und auch wenn die Mischung aus Dokumentations- und Spielfilm-Material für eine leicht inkonsistente Bildqualität sorgt, dann ist der Gesamteindruck dieser 1080i-Präsentation, trotz leichter Kompressions- und Kantenflimmer-Artefakte, sehr gut. Am Ton gibt's ebenfalls so gut wie nichts auszusetzen und auch wenn die akustische Umsetzung (nur schon rein genrebedingt) alles andere als spektakulär ist, dann ist der Soundmix zumindest sehr stimmig. Beim Bonusmaterial ist vor allem der informative
Audiokommentar empfehlenswert, wobei man sich durchaus noch etwas mehr Informationen zum Kreis, z.B. in Form von Auszügen aus den Kreis-Magazinen, hätte wünschen können.

'Der Kreis' überzeugt auf mehreren Ebenen und ist nicht nur ein wichtiges Stück Schwulen-Geschichte, sondern einfach gute Unterhaltung die ausnahmsweise aus der Schweiz kommt.
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Gesamt-Fazit:
 
Blu-ray Screenshots:
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Hinweis: Screenshots wurden als Full-HD Quelle (1920x1080 Pixel) gespeichert und sind lediglich zur besseren Internet-Darstellung auf 1280x720 Pixel verkleinert worden (inklusive einer leichten JPEG-Kompression). Es wurden keine Veränderungen an Schärfe, Kontrast oder an den Farben vorgenommen.
   
 
 
 
'Der Kreis'
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